Es ist vollbracht und ich bin richtig stolz auf mich. Mein erstes Crepe de Chine Kleid mit Schal ist fertig! Schnitt gezeichnet, zugeschnitten, Stoffe gefärbt und genäht – ein richtiges Projekt also. Und ich freue mich, dass es so geworden ist, wie es geworden ist. Aber besonders freue ich mich, dass ich meine Dämonen und Einflüsterer bezwungen habe. Schon lange hatte ich Lust ein Kleid aus meinen Stoffen zu machen. Aber meine Stimmen waren stärker: „du kannst das nicht“, „du hast ja keine Ahnung vom nähen“, „das wird nichts“, oder besten falls „dillettantisch“, „schade um den Stoff“, usw, usw.

Vor zwei Tagen habe ich beschlossen, dass ich mich jetzt genug gefürchtet habe und einfach begonnen. Den Schnitt habe ich von einem Leinenkleid abgenommen, wie eine französische Naht geht – wenn schon denn schon- , habe ich im Internet gelernt. Eine Zusatzherausforderung war, dass der Crepe de Chine Stoff den ich verwendet habe, zu dünn für ein Kleid ist. Also habe ich beschlossen mir ein „Innenkleid“ aus Crepe Georgette zu machen – ein dünner, leicht rauher Seidenstoff – der sich beim Nähen allerdings zieht wie Kaugummi. Und ich eine Weile denken musste ich das Innenkleid und das Aussenkleid vereinigen kann.

Ja, ich habe Fehler gemacht und nein, es ist nicht  100% perfekt geworden, aber ich habe viel gelernt und wenn ich mich zwischendurch wieder gefürchtet habe oder nicht weiterwusste, habe ich eine Runde mit der Katze gespielt. Das hat mich entspannt, alles wieder relativiert und mich neugierig gemacht wie es weitergeht. Und ich habe meine Angst ausgetrickst und damit das Eis in mir gebrochen.

Ich erzähle diese Geschichte, weil es vielleicht eine Ermutigung für andere ist – sich nicht von sich selbst abhalten zu lassen! Und wenn man etwas nicht gleich kann, dann kann man es lernen. Schritt für Schritt.